Die Straße von Hormus ist wieder frei. Die Tanker fahren, der Iran-Krieg endet (vielleicht), an der Tankstelle dürfte der Preis bald sinken. Aufatmen?An der Supermarktkasse nicht. Dort gilt eine andere Regel. Das zeigt ein Fundstück aus dem Archiv: ein Kassenzettel von ALDI aus dem Jahr 2010.[1] Laut Statistischem Bundesamt beträgt die Inflation seitdem 40 Prozent. Der Bon erzählt eine andere Geschichte.
Wäre die fettarme H-Milch von damals 40 Prozent teurer, müsste sie heute 0,69 € kosten. Bei Aldi aktuell: 0,85 € – fast die doppelte Preissteigerung im Vergleich zur Inflation. Eier aus Bodenhaltung kämen heute auf 1,82 €. Aldi verlangt: 2,49 €.Die Doppelkeksrolle läge heute bei 1,20 €. Wir zahlen 1,79 €.
Diese Beispiele sind drastisch. Doch sie zeigen: diese Lebensmittel verteuerten sich stärker als die Inflation. Der Kassenzettel nährt einen Verdacht:

Die Supermärkte nutzen jede Krise für einen Extra-Aufschlag. Das können sie nicht, wenn es starken Wettbewerb zwischen denHandelsketten gäbe. Den gibt es aber nicht, sagen die Expert:innen der Monopolkommission. Bald 90 Prozent des Lebensmittelmarktes

teilen vier große Ketten unter sich auf: Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche lässt ihnen ihre Preispolitik bislang durchgehen. Sie will nicht eingreifen. Aber irgendjemand muss die Supermärkte doch kontrollieren! Dafür gibt es foodwatch. Fast 50.000 Fördermitglieder haben sich uns angeschlossen. Mit ihrer Mithilfe durchleuchtet foodwatch die Preistreiberei der Ketten.

Jeder Euro an uns macht sich an der Kasse für Sie bezahlt. Meine Bitte: Schließen Sie sich uns an, bevor die nächste Teuerungwelle kommt – damit Aldi und Co. nicht ungebremst in unsere Tasche greifen.