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Informationen und Erfahrungsaustausch über Politik Wirtschaft und Soziales

Monatliches Archiv für: Juli, 2011

Diplom für unwissenschaftliche Hetzschrift?

Ario Ebrahimpour Mirzaie hat seine Diplomarbeit veröffentlicht. Für reichlich unbeholfenes Deutsch und wissenschaftliche Dürftigkeit sei ihm Verständnis entgegen gebracht, für die in der Arbeit enthaltenen verbalen Entgleisungen nicht. Straftaten der Beleidigung (§ 185 StGB), der üblen Nachrede (§ 186 StGB), der Verleumdung (§ 187 StGB) und der Volksverhetzung (§ 130 StGB) häufen sich in seiner Arbeit auf auffällige Weise. Sollte das den beiden genannten Gutachtern, Prof. Dr. Hajo Funke und Prof. Dr. Bernd Ladwig von der FU Berlin nicht aufgefallen sein? WEITERLESEN… »

Norwegen: Sternstunde der Hobbyexperten

    Und der Volkspädagogen natürlich. Diese versuchen aus dem Akt der Barbarei in unserem nördlichen Nachbarstaat Kapital zu schlagen und ein neues Tabu über die islamkritische Szene zu verhängen, um ihr eigenes klägliches Versagen zu verschleiern. So ähnlich drückt es Ulf Poschardt (Foto) in der WELT aus. Ein wirklich erstklassiger Artikel, dessen einziger Schönheitsfleck die deaktivierte Kommentarfunktion ist. Angst vor der eigenen Courage?

Die WELT schreibt (Hervorhebungen von uns):

Das Leben steckt voller Versuchungen. Es ist ein Zeichen von Reife, ihnen elegant auszuweichen. Einige bemühen dafür die Moral, andere tun dies aus Stilgründen. Wie einfach man es sich machen kann, wenn man denn will, beweist ein Teil des deutschen Establishments gerade, wenn es darum geht, aus dem Akt der Barbarei in Oslo und auf Utøya die richtigen Lehren zu ziehen. Da diese Schreckenstat mitten im politischen Sommerloch geschah, war es Aufgabe der Hinterbänkler und sonst gerne Übersehenen zu fordern, was angesichts von 76 Toten zu fordern sei.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion plädierte fast rituell für die Vorratsdatenspeicherung. Claudia Roth von den Grünen forderte die Bundesregierung zum Kampf gegen rechts auf. Andrea Nahles erneuerte ihren Wunsch nach einem NPD-Verbot, ein grüner Innenexperte schrie nach einem verschärften Waffenrecht, und schließlich war es der stammtischerprobte SPD-Chef Sigmar Gabriel, der wusste, wer Schuld an der norwegischen Tragödie hatte: Thilo Sarrazin.

Die deutsche Politik präsentiert sich so bis auf Ausnahmen als stilloses Ensemble von Akteuren, die umso lauter wüteten, je dümmer, durchschaubarer und geschmackloser ihre politischen Folgerungen sind – und dies angesichts ermordeter Jugendlicher.
Das passt gut in einen neudeutschen Hang zum Autismus, dessen Mangel an Empathie auch bei außenpolitischen Entscheidungen von Griechenland bis Libyen aufscheint. Kontrastiert wird das durchsichtige Manövrieren um politischen Landgewinn im Windschatten einer Katastrophe, dieses teutonische Lärmen und Raunen, durch die Zivilisiertheit des norwegischen Volkes und seiner Repräsentanten.

Der sozialdemokratische Ministerpräsident fühlte mit seinen Landsleuten und einte das Land
, von den Jungsozialisten bis zum Königshaus. So zeigte sich jenes kleine Land, das in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt war, im Nachgang der Katastrophe von seiner besten Seite: als reife Demokratie und liberale Gesellschaft, die sich durch nichts und niemanden aus ihrer Freiheitlichkeit vertreiben lässt.

Da ist es schon ein großes Glück, dass die deutsche Debatte zwischen Politikern, Experten und vermeintlichen Intellektuellen kaum jemanden interessiert. Wenn es darum geht, den Tod wehrloser Kinder für die eigene politische Milchmädchenrechnung zu nutzen, sind sich auch die Intellektuellen nicht zu schade. Es wird versucht, die Islamdebatte an jenen Stellen zu retabuisieren, wo es für alle linken Migrationsfantasien besonders schmerzhafte Niederlagen zu vermelden gab.

(…)
Wer angesichts der Toten versucht, islamkritische Debatten zu unterbinden oder im Umfeld des Rechtsradikalen zu vertäuen, schadet auch dem emanzipatorischen Interesse jener säkularen Muslime, die nur mit der Rückendeckung einer breiten gesellschaftlichen Diskussion Fortschritte in ihren Communitys erkämpfen können. Das Niveau wie der Zeitpunkt der Diskussion sind beschämend. Die aufschäumende Hysterie und Intoleranz sind kein gutes Omen für jene innere Verfasstheit, die durch eine Wahnsinnstat wie die von Oslo und Utøya hierzulande wohl zu ganz anderen Reaktionen geführt hätte als in Norwegen.

Schade, dass die WELT mit ihrer geschlossenen Kommentarfunktion letztlich genauso reagiert, wie die von Ulf Poschardt Kritisierten…

“Endlich wurde gesagt, was ohnehin gedacht wurde”

Monika Maron und Nekla Kelek sprechen über Islamkritik nach dem Massaker in Norwegen und über Thilo Sarrazins verhinderten Ausflug nach Kreuzberg.

Monika Maron und Dr. Necla Kelek  Im Westen Berlins wohnt die Schriftstellerin Monika Maron, die Sozialwissenschaftlerin und Islamkritikerin Necla Kelek im Osten. Beide veranstalten abwechselnd in ihren Wohnungen Diskussionsabende. Mit Welt Online sprachen sie über Islamkritik und Thilo Sarrazin.

Ein Lesemuss!

Weiterer Link zu diesen Thema

An Breivik sind die politischen Eliten schuld

   Wochenzeitschriften haben es manchmal ein bißchen schwer, bei aktuellen Ereignissen können sie erst ein paar Tage später reagieren. Aber es ist nie zu spät, endlich schreibt es jemand, natürlich wieder einmal Roger Köppel in der WELTWOCHE. Wenn man schon nach “Schuldigen” sucht, die den Terroristen Breivik zu seiner Tat getrieben haben könnten, dann sind das nicht die “Rechtspopulisten”, sondern die undemokratische, entrückte politische Klasse in ganz Europa, die sich permanent weigert, auf die Sorgen der Leute einzugehen, ja, das Volk wird nicht einmal angehört.

Roger Köppel schreibt im Editorial der aktuellen Ausgabe 30/11:

… Wenn schon, wäre Breivik das Resultat einer Unzufriedenheit und Ohnmacht, die europaweit von der elitären, der Lebensrealität der Leute immer stärker entrückten politischen Klasse verursacht werden. Breivik ist die pervertierte Variante des europäischen «Wutbürgers». Damit ist die wachsende Zahl von Frustrierten und Alleingelassenen gemeint, die sich im normalen ­Politspektrum nicht mehr wiederfinden.

Die Abgehobenheit der Politik in den meisten europäischen Staaten auch ausserhalb der EU hat ein ungesundes Mass erreicht. Die EU ist an sich ein Monument der Bürgerferne, und der Euro wurde über die Köpfe der Beteiligten hinweg durchgedrückt. Heute müssen die Leute zur Rettung der von oben gewollten Einheitswährung immer neue Milliarden abliefern für Hilfs-, Rettungs- und Solidaritätsfonds, die jeder demokratischen Kontrolle entzogen sind.

Am unheilvollsten aber war und ist die Weigerung der etablierten Parteien, die von ihren Wählern stark empfundenen Pro­bleme im Zusammenhang mit der Migration – und hier besonders im Zusammenhang mit dem Islam – zur Kenntnis zu nehmen. Die ­Folgen einer jahrzehntelang fahrlässig-verantwortungslosen Zuwanderungspolitik sind spürbar und real. Es geht nicht um Wahnvorstellungen Einzelner, sondern um ein weit­verbreitetes Unbehagen, dessen sich das Establishment nicht annehmen will.

Der Fall Oslo wird mit Sicherheit dazu führen, dass die Diskussion über solche Fragen wieder stärker tabuisiert und mit dem Rückgriff auf Antirassismusnormen auch krimi­nalisiert werden wird. Die Linke wird den abscheulichen Massenmord dazu nutzen, um die bürgerlichen Protestparteien in Misskredit zu bringen. Man wird darauf setzen, dass die Probleme verschwinden, wenn nur nicht darüber geredet wird. Es wäre die ganz falsche Reak­tion.

Auch wenn man Breivik zu viel der Ehre antut, wenn man seine angeblichen Motive für bare Münze nimmt: Es gibt in Europa einen sich aufstauenden Unmut, der mit der un­bewältigten Zuwanderung aus muslimischen und/oder afrikanischen Ländern zu tun hat. Es ist gefährlich, diesen Unmut zu verdrängen.

Die Lösung heisst nicht Unterdrückung der Debatte, sondern ein möglichst offenes und vielfältiges Gespräch über die Probleme.

Im Heft selbst ist laut Inhaltsverzeichnis ein weiterer Artikel genau zu diesem Thema, aber das Heft ist in D noch nicht am Kiosk.

Somalia: Islam(isten) lässt Kinder verhungern


Moslems, Verzeihung, Islamisten, verhindern in Ostafrikaka das Verteilen von Nahrung und verursachen damit den Tod zigtausender Menschen. Natürlich hat die Tat nichts mit dem Islam zu tun, weswegen auch weder Moslemverbände, noch Medien dagegen protestieren. Tatsachen, die bekanntlich zu Hass führen und die man deshalb nicht aussprechen darf. Verlinkt übrigens auf die “seriöse” SZ und das weniger seriöse kath.net als Quelle.

“Nebenbei” erschießen die Rechtgläubigen noch Zivilisten öffentlich und karren sie durchs Dorf. Das sind denn wohl böse Extremisten.

In Mogadischu, seien zwei Hirten am 23. Juli hingerichtet worden. Um die Bevölkerung einzuschüchtern, seien ihre Leichen auf Geländewagen durch die Stadt gefahren worden. Über Lautsprecher hätten die Milizen die Einwohner aufgefordert, der Hinrichtung von drei weiteren Hirten beizuwohnen. Bereits im April hatte die Miliz vier Menschen geköpft, denen sie Spionage vorwarf.

Shabab steht mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung und kontrolliert weite Teile Somalias. Trotz der verzweifelten Situation mit rund 2,8 Millionen Hungernden hat die Miliz einen Bann über nicht-islamische Hilfswerke verhängt. Sie will unter anderem das Land von Christen „säubern“ und strebt danach, das islamische Religionsgesetz, die Scharia, durchzusetzen.

Die SZ erwähnt solche “Kleinigkeiten” erst gar nicht:

Die ausländischen Helfer in Somalia sind doch nicht willkommen. Ali Mohamud Rage, ein Sprecher der islamistischen Miliz al-Shabaab, erklärte am Freitag in der Hauptstadt Mogadischu, westliche Hilfswerke würden in den Hungergebieten am Horn von Afrika “politische Ziele” verfolgen. “Die Organisationen, die wir 2009 verboten haben, bleiben deswegen verboten”, sagte Rage dem somalischen Radiosender al-Furqan. Noch Anfang des Monats hatte derselbe Sprecher verkündet, internationale Hilfswerke, ob muslimisch oder nicht, dürften angesichts der verheerenden Dürre in Somalia wieder Lebensmittel verteilen, Hauptsache, sie hätten keine “Geheimagenda”.

Stattdessen sucht man lieber Schuldige. Das sind nämlich nicht die Extremisten:

Den Rückzieher der Islamisten hat offenbar die jüngste Erklärung der Vereinten Nationen provoziert, in zwei Gebieten Somalias herrsche offiziell Hungersnot.

Vielleicht können Gelder des Auswärtigen Amtes die Extremisten zum Ausstieg bewegen…

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